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Juni 2026

Podcast-Beitrag: Warum digitale Gesundheitsanwendungen menschliche Begleitung brauchen


In einer Folge des Podcasts Docs Digital spricht Julian Schwarz über die Herausforderungen bei der Nutzung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der Praxis. Obwohl entsprechende Apps wissenschaftlich geprüft und jederzeit verfügbar sind, bricht die reale Nutzung im Alltag von Patient:innen nach wenigen Tagen oft drastisch ein.


Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, untersuchte das Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in der BMG-geförderten „DigiNavi-Studie“ ein hybrides Versorgungsmodell: Sogenannte Digital Health Navigatoren – speziell geschultes medizinisches Fachpersonal (MFA) – begleiteten Patient:innen durch regelmäßige, bedarfsorientierte Check-ins bei der Implementierung und Nutzung der DiGAs.


Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass eine kontinuierliche menschliche Einbettung und Motivation das Engagement der Patient:innen langfristig hochhält und positiv mit dem Rückgang der Symptomschwere korreliert. Der Beitrag unterstreicht, dass rein digitale Tools im Versorgungsalltag eine verlässliche persönliche Beziehung nicht ersetzen können, sondern durch geschulte Fachkräfte ergänzt werden müssen.


Schauen Sie sich die ganze Podcast folge hier an.

Medscape Europe: Dr. Julian Schwarz über KI in der Psychiatrie


In einem aktuellen Beitrag auf Medscape Europe beleuchtet Julian Schwarz, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die Rolle von generativer KI bei Gesundheitsfragen. Durch lange Wartezeiten und komplexe Diagnosewege nutzen Patient*innen zunehmend KI-gestützte Chatbots als erste Anlaufstelle.


Dabei beobachten Fachleute eine neue Dynamik: „Patient*innen fühlen sich von KI oft besser verstanden als von Therapeut:innen“, erläutert Dr. Julian Schwarz. Dies gibt Betroffenen zwar Sprache und Selbstbewusstsein im Umgang mit ihrer Gesundheit, birgt jedoch auch Risiken. So berichten Kolleg:innen vermehrt von Fällen, in denen Patient:innen Chatbots zur Selbstdiagnose (beispielsweise bei ADHS) nutzen und anschließend versuchen, verschreibungspflichtige Medikamente über inoffizielle Wege zu beziehen.


Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Chancen und Risiken digitaler Tools in der psychiatrischen Versorgungsforschung weiter kritisch zu begleiten und tragfähige Konzepte an der Schnittstelle zwischen digitaler Unterstützung und ärztlicher bzw. psychotherapeutischer Behandlung zu entwickeln.


Lesen Sie den gesamten Beitrag hier.

Mai 2026

Ärzteblatt-Beitrag: Forscher sehen Versorgung in der Psychotherapie gefährdet


In einem Beitrag im Deutschen Ärzteblatt schlagen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter Julian Schwarz, Alarm bezüglich der aktuellen gesundheitspolitischen Weichenstellungen. Durch geplante Kürzungen, wie etwa die Reduzierung der Mittel für den Innovationsfonds, sehen die Forschenden die psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung in Deutschland akut gefährdet.


Obwohl in Studien und Modellprojekten bereits konkrete Reformkonzepte erprobt wurden, die eine bessere und flexiblere Patientenversorgung bei gleichzeitig niedrigeren Kosten ermöglichen, scheitert die nachhaltige Überführung in die Regelversorgung oft an politischen Hürden.


Der Beitrag verdeutlicht, dass es weniger an wirksamen Lösungsansätzen mangelt, sondern vielmehr an der politischen Bereitschaft zur Implementierung. Die Forschenden fordern daher ein Umdenken, um bewährte Versorgungsmodelle dauerhaft im System zu verankern und Versorgungsengpässe abzuwenden.


Den gesamten Beitrag finden Sie hier.

März 2026

JMIR-Webinar: Die Rolle von „Digital Health Navigatoren“ bei digitalen Therapeutika


In einer internationalen Webinar-Reihe von JMIR Publications in Kooperation mit der Society of Digital Psychiatry stellte Julian Schwarz wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz von Digital Health Navigatoren (DHN) bei digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) vor. Im Gespräch mit Dr. John Torous (Harvard Medical School) wurde erörtert, wie menschliche Unterstützung im Versorgungsalltag die oft niedrige Nutzungsrate digitaler Therapeutika nachhaltig steigern kann.


In dem von Julian Schwarz präsentierten Forschungsansatz – der BMG-geförderten „DigiNavi-Studie“ aus Brandenburg – wurden medizinische Fachangestellte (MFA) speziell geschult, um Patient:innen bei der Auswahl, Aktivierung und regelmäßigen Nutzung von DiGAs zu begleiten.


Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine engmaschige, persönliche Betreuung durch Vertrauenspersonen des Praxisteams die Adhärenz und damit die Wirksamkeit digitaler Anwendungen maßgeblich erhöht. Der Beitrag zeigt das große Potenzial auf, durch den gezielten Einsatz geschulter Hilfskräfte eine kosteneffiziente und effektive Brücke zwischen technischer Innovation und klinischer Praxis zu schlagen.


Das ganze Webinar ist hier zu finden.

Januar 2026

BMC Kongress 2026 Berlin


Die Fachgruppe Seelische Gesundheit des Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF e.V.) hat eine Masterclass auf dem Jahreskongress des Bundesverband Managed Care ausgerichtet. Am 27. Januar wurde sich dort mit der Fragestellung, wie neue psychiatrische Versorgungsformen in der Regelversorgung nachhaltig implementiert werden können befasst, unter dem Thema: Nah, Primär & Ambulant Versorgt! Übertragung Innovativer Versorgungsmodelle zur psychischen Gesundheit in die Praxis.


In diesem Rahmen berichtete Julian Schwarz über Ergebnisse der innovationsfondsgeförderten „AKtiV-Studie“ zur Evaluation von Implementierung, Behandlungsprozessen und Wirksamkeit der stationsäquivalenten psychiatrischen Behandlung (StäB) im Vergleich zur vollstationären Behandlung.


Die Studie zeigt u.a., dass Patient:innen mit psychischen Erkrankungen, die initial StäB erhielten, im zwölfmonatigen Follow-up weniger stationäre Wiederaufnahmen aufwiesen und zufriedener waren als die Vergleichsgruppe. Seit Einführung der StäB gemäß $115d SGB V im Jahr 2018 wurde die steigender Tendenz. Derzeit wird an der MHB untersucht, wie digital-gestützte Hybrid-Care-Ansätze die StäB künftig flexibilisieren und erweitern können, etwa durch bedarfsorientierte telemedizinische Kontakte.

Dezember 2025

Digitale Medizinprodukte in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung


Am 27. November fand in Berlin der jährliche DGPPN Kongress statt.

25 Teilnehmende haben dort erfolgreich den Workshop "Digitale Medizinprodukte in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung – von Diagnostik über Therapie bis Monitoring" unter der Leitung von Julian Schwarz und Jakob Kaminski absolviert.


Der Workshop bot den Teilnehmenden eine praxisnahe Einführung in den Einsatz digitaler Medizinprodukte entlang des gesamten Behandlungspfades an. Im Mittelpunkt standen Anwendungen zur digitalen Diagnostik, therapiebegleitende Interventionen sowie Tools zur kontinuierlichen Verlaufsbeobachtung. 

In einem praktischen Teil konnten Teilnehmende ausgewählte Anwendungen selbst ausprobieren und sich in Kleingruppen mit Nutzungsszenarien auseinandersetzen, welche anschließend kritisch diskutiert wurden. 


Ziel des Workshops war es, Fachpersonen zu befähigen, digitale Medizinprodukte differenziert einzuordnen und erste Schritte zu Integration in den klinischen Alltag zu gehen. 

Der Worshop richtete sich an Psychotherapeutinnen, Psychiaterinnen, ärztliche und psychologische Fachkräfte in Aus- oder Weiterbildung sowie Interessierte aus angrenzenden Versorgungsfeldern. 

Digital Navigators in Mental Health: American, Canadian and German Perspectives on training, implementation and impact


Am 11 Dezember 2025 findet die 9. jährliche Konferenz zu „Technologie in der Psychiatrie“ statt. Unsre Arbeitsgruppe wird dort durch die wissenschaftliche Mitarbeiterin Laura Uchtmann, M.Sc. vertreten.


Dieses Symposium beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Digital Navigators im Bereich der psychischen Gesundheit, unterstützt durch internationale Perspektiven aus den USA, Kanada und Deutschland. Diese Rollen tragen dazu bei, eine Brücke zwischen klinischer Versorgung und Technologie zu schlagen und verbessern die Patientenbindung, die digitale Kompetenz und die Behandlungsergebnisse in verschiedenen Bereichen der psychischen Gesundheit.

Oktober 2025

Digital Navigator Study in Toronto


Dr. Julian Schwarz und Eva Meier-Diedrich absolvieren derzeit einen Forschungsaufenthalt bei Dr. Gillian Strudwick an der University of Toronto und am Centre for Addiction and Mental Health (CAMH).


Während ihres Aufenthalts lernen sie die Forschung der Arbeitsgruppe um Dr. Strudwick kennen und geben Einblicke in die Studienergebnisse der IAG Mental Health Policy and Digitization der Medizinischen Hochschule Brandenburg.


DigiNavi-Studie im Deutschen Ärzteblatt


In der 20/2025 Ausgabe vom 03. Oktober des Deutschen Ärzteblatts, wird die von unserer Arbeitsgruppe durchgeführte DigiNavi Studie vorgestellt.

Die Studie untersucht, wie digitale Navigator*innen Patient*innen mit psychischen Erkrankungen beim Einsatz von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) unterstützen können.


Im Projekt wurden sechs Medizinische Fachangestellte (MFAs) aus hausärztlichen Praxen und psychiatrischen Institutsambulanzen in Brandenburg zu Digitalen Navigator*innen weitergebildet. Sie begleiten Patient*innen engmaschig und kontinuierlich bei der Nutzung von DiGAs zur psychischen Gesundheit.


In einem kurzen Interview, wurden zwei MFAs interviewt, welche als Digitale Navigator*innen an der DigiNavi Studie teilgenommen haben. Dort berichten sie von ihren Erfahrung und erläutern, wie DiGAs und Digitale Navigator*innen die Versorgung psychisch erkrankter Menschen ergänzen können.


Der vollständige Beitrag ist im Deutschen Ärzteblatt nachzulesen:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/blickwinkel-patienten-digital-besser-navigieren-a42a29fa-6787-4a49-bcb7-b4e143032b23


Weitere Informationen zu DigiNavi-Studie finden Sie auf den folgenden Websites:

https://www.digitalpsychiatry.de/forschung

www.diginavi.de

September 2025

24. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung in Hamburg


Einige unser Arbeitsgruppenmitglieder waren vom 22. bis zum 24.09. in Hamburg beim Deutschen Versorgungsforschung Kongress vertreten. Unsere Wissenschaftliche Mitarbeiterin Eva Meier-Diedrich, M.Sc. hat die Arbeitsgruppe mit dem Vortrag des Abstracts "Erfahrungen älterer psychiatrischer Patient:innen und ihrer Angehörigen bei der Nutzung eines stellvertretenden Zugangs zu Open Notes: Qualitative Studie" in der Session "Versorgung von älteren Menschen" einen wichtigen Beitrag geleistet.

Bei weiterer Interesse können Sie die Seite des DNFV besuchen.


Unser Arbeitsgruppensprecher PD Dr. Julian Schwarz war ebenfalls vertreten. In den Sessions "KI in der Versorgungsforschung", "Wissen auf dem Weg in die Praxis" und "Sitzung der FG Seelische Gesundheit" wurden mehrere Vorträge gehalten. Dort wurden die Abstracts "Digitale Navigator*innen zur Akzeptanz- und Kompetenzentwicklung mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) im Bereich der psychischen Gesundheit in der ambulanten Versorgung (DigiNavi)", "Veränderungen der Dokumentation durch einen patient:innenseitigen Zugang zur ePA: Scoping Review" und "KI-basierte Fehler bei der Erstellung patientenzentrierter Dokumentation: Mixed-Methods-Analyse aus Sicht von Psychiater:innen" vorgetragen.

Bei weiterer Interesse können Sie die Seite des DNVF besuchen.

August 2025